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Vorher

Kurz zur Ausgangssituation: Als wir das Haus gekauft haben, war das Bad in keinem schönen Zustand. Die Mieter haben in der 5 qm Nasszelle über 10 Jahre geraucht, was an Wänden, Fliesen und dem Dachfenster deutliche Spuren hinterlassen hat. 

Stand 2015

Das wollten wir natürlich so nicht lassen! Damals haben wir uns dazu entschlossen, zumindest die Fliesen außerhalb der Dusche verputzen zu lassen, den Parkettboden durchzulegen und Waschbecken, WC und Heizkörper auszutauschen. Ein bisschen Farbe an die Wände und so durfte es dann erst mal bleiben!

Ein Zuhause wächst mit den Menschen, die darin leben!

Bei diesem Projekt hatte ich die sportliche Idee alles alleine zu machen – gaaanz allein. Also hab ich nach einer Lösung gesucht, wie ich möglichst einfach, schnell und ohne ein Vermögen auszugeben ein neues Bad herbei zaubern kann. Eins war klar, von den Fliesen in der Dusche möchte ich, wenn ich fertig bin nichts mehr sehen. Die blauen Wände werden durch ein freundliches Beige ersetzt, der Waschtisch durch ein neues Upcycling Projekt (coming soon) und die Dusche… fangen wir mal bei der Dusche an…

Den alten Waschtisch habe ich bei Kleinanzeigen verkauft und von dem Geld das neue Waschbecken gekauft.

Die alten Fliesen mit dem Fisch-Muster sollen verschwinden, die blauen Wände sollen einen neuen Anstrich bekommen.

Armaturen und Duschwanne dürfen bleiben, sie sind zwar kein Augenschmaus aber noch absolut in Ordnung.

Die Möglichkeiten!

Nach einiger Recherche fand ich ein sehr vielversprechendes Video bei Youtube, wo ziemlich easy erklärt wurde, wie man ganz ohne Grundkenntnisse Fliesen selbst im Betonstyle verspachteln kann! Geil, das wird`s! Ich also das Bad leer geräumt, Steckdosen ab, Waschtisch abmontiert, bei Kleinanzeigen rein gesetzt und ab in den Baumarkt! Dort angekommen zog sich dann eine mittelschwere Gewitterwolke über meine Euphorie: „Das Produkt haben wir nicht, Markteinführung Frühjahr 2020“ Aaaaah und jetzt? Kurz überlegt, Instagram auf, SCHÖNER WOHNEN FARBE angeschrieben (normal nicht meine Art, aber wenn ich etwas unbedingt will dann… Ihr wisst schon) und lieb gefragt, was denn „Frühjahr 2020“ ungefähr bedeutet! 

Ich hatte mich schon damit abgefunden, mir eine Alternative zu suchen, da ich keinen Monat mehr warten wollte, aber als mich Schöner Wohnen Farbe gefragt hat, ob ich das Produkt nicht testen möchte, hab ich nicht lange gefackelt! Aber seht selbst…

1. Die Vorbereitungen

Zu erst die Fliesen vom alten Fugenmaterial befreien, dazu eignet sich am besten ein scharfes Stanley- oder Teppichmesser. Im Anschluss die Bereiche mit Silikon- Entferner säubern.

Ist dieser Schritt abgehakt, schraubt ihr die Armaturen ab und klebt diese ausreichend mit Malerkrepp ab. In die Bohrlöcher, die ihr später noch benötigt könnt ihr eine Schraube drehen.

Als nächstes werden alle Flächen, die ihr bearbeiten wollt entfettet. Ich habe dafür einen Spezialreiniger aus dem Baumarkt verwendet (Aceton oder Brennspiritus gehen auch).

TIPP: Angrenzende und nicht zu beschichtende Flächen sorgfältig abdecken. Die Kanten an denen ihr entlang spachtelt gerade zur Wand mit Malerkrepp abkleben. Ich habe das Malerkrepp an den Kanten nach jedem Spachtelvorgang (nach der Trocknungszeit) erneuert, damit ich später einen sauberen Anschluss zum Silikonieren hatte.

2. Fliesenfugen adé

Jetzt gibt´s kein zurück mehr, das „Zeug“ kommt an die Wand! Der mitgelieferte Härter wird 2 Minuten lang unter die Spachtelmasse gerührt. Nutzt dafür am besten einen Akkuschrauber mit Mörtelrührer.

Fugen, Risse, Unebenheiten (oder Bohrlöcher, die ihr später nicht mehr benötigt) werden nun mit einer Glättkelle verfüllt und glatt abgezogen. Ich sach ma so, die Definition von glatt liegt ja immer im Auge des Betrachters.

Der Hersteller empfiehlt eine Trocknungszeit von einer Stunde – hat bei mir nicht gereicht. Schade für`s Material, aber dazu komme ich weiter unten. 1)

TIPP: Denkt daran, dass ihr den Mörtelrührer nach jedem Mischvorgang sofort sauber macht. Stellt euch dafür am besten einen alten Eimer mit lauwarmem Wasser, eine Bürste und ein altes Handtuch bereit. Ein mal getrocknet, bekommt ihr die Spachtelmasse nicht mehr ab. In diesem Eimer könnt ihr zwischendurch auch die Glättkelle und die Maurerkelle sauber machen.

3. Flächendeckend

Nach der Trocknung des Flächenspachtels habe ich die Wand mit 120er Schleifpapier angeschliffen und entstaubt (ihr wisst ja, glatt liegt im Auge des Betrachters).

Das Material wird nun großzügig mit dem Spezialroller aufgerollt, sodass die Fläche vollständig mit dem Flächenspachtel bedeckt ist. Man arbeitet „nass in nass“, um Ansätze zu vermeiden. An den Ecken und Wandstößen habe ich das Material mit einem Pinsel aufgetragen.

Glättet nun die Fläche mit einer Venezianischen Glättkelle. Lasst die Fläche anschließend mindestens 24 Stunden trocknen

TIPP: Zwischendurch immer mal wieder die Glättkelle im Wassereimer mit der Bürste säubern, da das überschüssige Material sonst hart wird und ihr nicht mehr sauber Glätten könnt. An den Kanten, die später silikoniert werden besonders ordentlich arbeiten.

4. Die Betonstruktur

Nach der Trocknung wieder alles mit 120er Schleifpapier schleifen und entstauben.

Das Material wird nun erneut vollflächig aufgerollt. Anschließend wird die Fläche mit der Glättekelle geglättet und eeeendlich strukturiert – YEAAAH.

So geht`s: Mit der Glättekelle den Flächenspachtel unter leichtem Druck und flachem Winkel abziehen, sodass eine betontypische Oberfläche entsteht. Je mehr man drückt, desto glatter die Oberfläche. Lasst die Fläche anschließend wieder mindestens 24 Stunden trocknen

TIPP: Falls ihr innen liegende Ecken habt, tragt das Material hier wieder mit einem Pinsel auf und zieht die Kanten von innen nach außen ab, so habt ihr nachher schöne, gleichmäßige Anschlüsse.

5. Die Versiegelung

Und schon wieder Schleifen und Entstauben… so langsam schreien meine Oberarme nach Urlaub! Aber wenn das geschafft ist, könnt ihr die Versiegelung mit einer kurzflorigen Rolle für wasserbasierte Lacke nass in nass auftragen. Nach einer Trocknungszeit von ca. 8 Stunden die Versiegelung ein zweites Mal aufrollen, um die volle Schutz- und Funktionsfähigkeit zu erreichen. Es gibt noch einen transparenten Glanz-Überzug, den hab ich mir aber aus Gründen gespart (Ich bin eher so der matte Typ).

TIPP: Da die fertige Betonstruktur Höhen und Tiefen, Lunker und teilweise eine grobe Struktur hat, achtet darauf, dass auch hier versiegelt wird. Falls nötig könnt ihr die Vertiefungen mit einem Pinsel ausstreichen.

6. Die Feinarbeit

Die Oberfläche ist nach ca. 7 Tagen durchgetrocknet und voll belastbar. Nach der Durchtrocknung Armaturen anbringen und Fugen bzw. Anschlüsse mit geeignetem Dichtstoffen schützen.

Beim Silikon habe ich mich für Hellgrau entschieden, die Farbpalette ist nicht sonderlich groß aber dieser Farbton passt perfekt zur fertigen Wand und da ich ein Kantenmonk bin, macht mich das Ergebnis ziemlich glücklich!

Zeitaufwand

Wie immer habe ich die Vorarbeit unterschätzt. Ausräumen, Armaturen abschrauben, Silikon entfernen, entfetten und abkleben hat schon fast einen ganzen Nachmittag in Anspruch genommen. Zieht man das Projekt straight durch, könnte der Ablauf (Beispiel Dusche ca. 5 qm) wie folgt aussehen: Tag 1: Vorbereitungen wie in Schritt 1 beschrieben, Tag 2: Fugen glatt verspachteln und die erste Schicht Flächenspachtel aufbringen und bearbeiten, Tag 3: Betonstruktur, Tag 4 morgens: Versiegelung, Tag 4 abends: 2. Anstrich Versiegelung und nach 7 Tagen Verfugen und Abdichten. Bei mir hat das natürlich nicht geklappt!

 

Timing

Man sollte sich die Zeit gut einteilen, denn das Material ist – ein mal angemischt – nur für ca. drei Stunden verwendbar. Der 7,5 kg Eimer reicht für +- 5 qm. Wollt ihr eine 2 qm Fläche bearbeiten, benötigt ihr entweder zwei Eimer oder dürft euch nur die Hälfte des Materials anmischen, was ich sehr umständlich finde, da man den Härter und den Flächenspachtel genau abwiegen muss und ihn ohne Mörtelrührer schlecht vermischt kriegt. Schön wäre es, wenn SCHÖNER WOHNEN FARBE noch ein kleineres Gebinde auf den Markt bringen würde, denn nicht jeder möchte direkt eine ganze Dusche bearbeite sondern vielleicht erst mal „nur“ die Wand hinter der Toilette.

Material

Hier hat SCHÖNER WOHNEN FARBE ein echtes knaller Produkt auf den Markt gebracht. Der Flächenspachtel kann auch von „Nicht Profis“ problemlos mit dem Spezialroller aufgetragen werden. Die Versiegelung ist in 6 Farbtönen erhältlich und kann bei Bedarf mit einem Glanzfinish überstrichen werden – ich habe mich dagegen entschieden, da ich es in matt schon ziemlich genial finde.

Die Produkte sind ab Frühjahr 2020 im Handel erhältlich, ohne hier noch für diverse Baumärkte Werbung zu machen, gebt einfach Schöner Wohnen Farbe Betondesignoptik Flächenspachtel bei eucosia ein oder schaut hier.

Pleiten Pech und Pannen

Ich hatte es bereits erwähnt: Die Spachtelmasse und ich hatten unsere Höhen und Tiefen! Wenn man eine Duschnische bearbeitet die an drei von vier Wänden geschlossen ist und man in Sachen Gleichgewichtssinn nicht gerade gut ausgestattet ist, passieren eventuell Dinge… doofe Dinge. Es könnte also durchaus sein, das man, wenn man die Wand hinter einem gerade fertig bearbeitet hat vom Hocker flutscht, das Gleichgewicht verliert und mit dem Allerwertesten an dieser besagten Wand eine Vollbremsung hinlegt… Aber ich wäre nicht ich, wenn es eine Baustelle ohne Pannen wäre! Spass gemacht hat´s trotzdem und stolz wie Bolle bin ich auch, denn Frauen können mehr als nur Wände streichen und Bilder aufhängen!

Im Detail kann man glaube ich ganz gut erkennen, wie die Wand nun aussieht. Kommt einer Betonoberfläche auf jeden Fall ziemlich nah.

Jetzt müssen nur noch die Armaturen wieder angebracht werden und eine neue Duschabtrennung muss her.

Ich bin total verknallt in das neue Terrazzo Waschbecken. Der Waschtisch wird übrigens mein nächstes Projekt – ein IKEA-Hack – seid gespannt.